Der Glauben der Rastas auf Jamaika
Eine Reihe von Rastafarians bestätigen, daß ihre Religion eine
Mischung aus Judentum und Christentum ist; sie nehmen auch die
ägyptischen Ursprung beider dieser Religionen an. Die Kirche von
Rom und sogar der Rat von Rom, werden betrachtet, besonders
babylonisch zu sein: Kam es nicht aus dieser Stadt, daß
Mussolini das heilige Land von Äthiopien 1935 eindrang?
Religionen reflektieren immer das Sozial- und geographische
Klima, aus dem heraus sie auftauchen, und jamaikanisches
Rastafari ist keine Ausnahme: z.B. ist der Gebrauch des
Marihuanas als ein Heil- und Hilfsmittel für Meditation in einem
Land logisch, dem eine besonders starke Belastung ' des Krauts '
frei wächst.
Oneness
Die
gesamte Lebensweise der Rastas ist von der "oneness" bestimmt.
Oneness ist Ausdruck des Gefühls der Zusammengehörigkeit
zwischen den Rastafarians, aber auch Ausdruck einer universalen
Liebe, des Gefühls der Durchdrungenheit von Gott. Viele
Rastafarians leben gemeinschaftlich zusammen. Besitz ist
indofern nicht bekannt. Im Idealfall wird Land, das benötigt
wird, einfach genommen. So steht es im
Psalm 24:1:
"Die Erde ist des Herren und was darinnen ist, der Erdkreis und
die darauf wohnen" Arglist, Stehlen, Lügen, Habsucht,
Eifersucht, Neid, Haß, Verrat sind verurteilungswürdige
Verhaltensformen. Es herrscht in vielen Aspekten des Lebens eine
Gleichberechtigung, aber nicht weil es Gesetze gibt, sondern
einfach durch die konsequente Auffassung von der Allgegenwart
Gottes. Sich über einen anderen zu stellen, würde bedeuten, Gott
in ihm zu verachten.
Sprache
Ein anderer Ausdruck der Gleichheit spiegelt sich im
Rasta-Dialekt wieder, der sog. I'n'I-Sprache (Ich-und-Ich-Sprache):
Wenn Rastafarians von Gemeinschaft sprechen, gebrauchen sie
statt "wir" den Ausdruck "I and I", "ich und ich". Ras Historian
interpretierte es so: 'Ich' in der normalen englischen Sprache
'I', ist die erste Person. Du, er, sie, es folgen als zweite und
dritte Person. Wenn ich und Ich als Rastafarian die Zahlen
betrachte, so kommt Eins zuerst. Sogar zwischen dem Zeichen 1
(eins) und I (für "ich") gibt es eine gewisse Ähnlichkeit.
Deshalb betrachte Ich und Ich jedes Individuum, das ein Mitglied
der Rastfarians ist, immer als "I". Anders gesagt, ein jeder ist
immer der Erste. Denn es ist nur die Gesamtheit aller, die
dieses ganze Ich bildet und so den vollkommenen Zustand
hervorbringt." Zur vollsten Entfaltung kommt die Sprache im "Reasoning",
der Gesprächsform der Rastafarians. Während des nächtlichen
Rauchens werden Inspirationen mitgeteilt und in langen
Gesprächen diskutiert. Hierin ist ein sakraler Akt zu sehen,
vergleichbar mit dem Gebet. Die nächtliche Zeit ist zudem die
heilige Zeit, da die Tageszeit fest im Griff von Babylon ist.
"Ital"-Diät
Einige diätetische und hygienische Gesetze wurden formuliert, um
die Lehre der Religion zu begleiten. Sie drängten die Schar, den
Konsum von Alkohol, Tabak, alles Fleisch (besonders
Schweinefleisch), sowie Schalentiere, schuppenlose Fische,
Schnecken, die Säuberer und Räuber des Meeres, und viele
allgemeine Gewürze wie Salz zu meiden. Kurz gesagt alles das
nicht "ital", ein Rastawort für rein, natürlich oder sauber ist,
ist verboten.
Marihuana: Das Kraut der Weisheit
Tatsächlich wurde das Kraut " ganja " (Marihuana) wie
"Weisheitskraut" betrachtet, und Rastaführer drängten, daß es
als religiöses Ritus geraucht wird und behaupteten, daß es auf
dem, Grab des Königs Solomon zu wachsend gefunden wurde und
zitierten biblische Passagen, wie die Psalmen 104:14, um zu
seine heiligen Eigenschaften zu bezeugen:"Du lässt Gras wachsen
für das Vieh und Kraut für den Menschen, damit der Brot gewinnt
aus der Erde."Ganja gilt als Nahrung für das Hirn und als
Allheilmittel. So hilft es bei Asthma, Erkältung,
Magenverstimmung, Fieber, Rheumatismus, Grauem Star und vielem
mehr. Es wird von niemanden als schädlich empfunden und selbst
für 2-jährige Jungen ist das Rauchen nicht unnormal.
Dreadlocks
Sie ächten auch das Kämmen und Schneiden des Haares und
zitierten die heilige Richtlinie in Leviticus 21:5: "They shall
not make baldness upon their head..."Je länger die Dreadlocks
eines Rastafarian, desto länger folgt dieser der
Rasta-Überzeugung des heiligen Weges des Lebens, könnte man
bezugnehmend auf die Traditionen sagen. Ein Rasta ohne Dreads
ist ein "Baldhead" - er kann nicht ernstgenommen werden.Rastas,
die zur Befragung zur Polizei mußten, wurden dort die Dreads
abgeschnitten, als ein Akt der öffentlichen Verleumdung und
sozialen Kontrolle über die Bewegung. Rastas sind über diese
Grausamkeiten sehr wütend, denn die Dreadlocks sind sehr
bedeutsam für ihre spirituelle Überzeugung. Sie glauben, daß sie
klarer denken können und Gefahr um sie herum dank der Dreadlocks
spüren können. Sie denken, daß es ihnen möglich ist, dank dieser
natürlichen "Rezeptoren", Inspirationen von Jah zu erhalten.
Wenn ein Rastafarian sein Haus verläßt, um "in die Welt" zu
gehen, trägt er eine wollende Mütze, den sog. "tam", die oft die
Farbe rot, gold und grün hat. "Rot, für das Blutvergießen unter
den Leidenden seit den Tagen der Sklaverei! Gold, für den
Reichtum, den man den Suffarahs gestohlen hat, seit Salomons
Tempel erbaut! Grün, für das gelobte Land in Afrika, das die
Heimkehr des schwarzen Mannes erwartet."
Benannt wurde der Glaube und seine Anhänger
nach Ras Ta Fari Makonnen, später Haile Selassie, der bis 1974
Kaiser von Äthiopien war. Er ist für einen Rasta- Gläubigen der
Messias. Denn er soll wie alle äthiopischen Kaiser von Salomon und
der Königin von Saba abstammen. Rastafari ist eigentlich eine sehr
kleine Religion, die auf der Welt nicht sehr viele Anhänger hat.
Doch am meisten ist sie auf Jamaika und in Äthiopien.